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FRAG PETRA: Meine persönliche Handy-Hass-Liebe
Liebe Leserinnen,
welche halbwegs moderne Frau von heute besitzt es nicht?! Das MUST-HAVE des 21. Jahrhunderts.
DAS HANDY! Aber braucht man es denn überhaupt wirklich? Es ist ja nicht so, als würde dieses kleine Ding (das heutzutage ja noch nicht einmal mehr Tasten hat!) nichts kosten…
Von der Jugend die Meinung dazu ist ganz klar: JA! Ohne Handy ist das Leben nicht mehr vorstellbar. Alles Wichtige spielt sich im tragbaren „Smartphone“ ab: Nachrichten mit den Freundinnen werden praktisch rund um die Uhr verschickt (meine Tochter klärte mich auf: das nennen sie ganz „cool“: Chatten!), imaginäre Kackhaufen werden gezüchtet (kein Witz) und dies muss den Kontakten bei Facebook natürlich sofort gleich mitgeteilt werden. Dieses „Facebook“ ist für meine Generation, wenn Sie mich fragen, sowieso das Schimpfwort des 21. Jahrhunderts. Aber gut, dies wird mal wann anderes ein Mal Thema sein…
Doch wie geht die erwachsene Frau von heute, die Frau in den besten Jahren, mit dem Thema um. Ich habe 35 Frauen von Mitte 20 bis Ende 30 einmal dazu befragt. Die Meinung war ziemlich eindeutig: Telefonieren und Kurznachrichten schreiben (auch SMS genannt) „JA“, Kackahaufen züchten und Facebook überlässt die „Durchschnittsfrau“ dann aber doch lieber der Jugend. Eine Befragte sagte zum Beispiel:
„Um meine Freundinnen anzurufen oder meinem Freund eine kurze SMS zu schicken, finde ich das Ding völlig okay, aber mit solchen Apps und Spielen kann ich absolut nichts anfangen!“ Manche solche Apps sind ja sogar vielleicht ganz nützlich findet auch Befragte Nummer 2: „Ich habe eine Musikerkennungs-App auf meinem Handy: Einfach genial! Sofort kann mein Handy mir sagen, welches Lied das gerade im Radio ist.“ Also scheint das Ganze auch eine gute Seite zu haben…
Vielleicht haben dann ja sogar die gezüchteten Kackhaufen einen positiven Aspekt?!
Und hier und jetzt kommt die exklusive Petra-Meinung zu diesem Thema:
Ganz genau wie die Befragte „Numero Uno“ bin ich bis vor einigen Monaten meinem Tastenhandy stets treu geblieben. Es stand mir immer zur Seite, wenn ich von den Jugendlichen mit belustigten Blicken gemustert wurde und hat immer alle Anrufe an meine Lieblingsfreundinnen bereitwillig ausgeführt. Und nun gut, der scharfe Berater aus dem Laden, den ich natürlich jede zweite Woche aufsuchen musste, da es verschiedenste, technische Problemchen gab, trug auch seinen Teil dazu bei, warum ich kein Stück daran dachte mein Handy gegen eines von diesen Touch-Dingern auszutauschen. Doch eines Tages war der Tag gekommen: Mein Handy sagte keinen Piep mehr! Da konnte auch der süße Verkäufer nichts dran ändern… Es täte ihm leid, aber er habe schon eine super Alternative für mich, meinte er augenzwinkernd und zog daraufhin 20 der neuesten und schicksten Internet-Handys aus der Schublade… Und leider auch die teuersten. Dies wären super Spitzen-Geräte und mit denen würde sowas natürlich nicht passieren, versicherte er mir zeigte dabei auf mein, zugegebener weise, etwas ramponiert aussehendes Handy. Das Auseinandernehmen des kompletten Inhaltes hatte es optisch komplett geschaffen und so lag es da uns starrte mich traurig an.
Kurz entschlossen kaufte ich mir eines der Spitzen-Teile in silber-metallic-Optik und ließ es mir vom Verkäufer einrichten.
Schon nach zwei Wochen war ich dem Handy-Konsum gnadenlos verfallen. Gleich nach dem Aufstehen musste das Goldstück angemacht werden. Zuerst wurde mein virtuelles Haustier (ein Alien) gefüttert, danach konnte ich meine „Whats App“ Kontakte checken. Es waren echt schon Leute online – Wahnsinn! Schnell noch eine Nachricht abgeschickt und flugs geguckt, wie das Wetter heute wird – natürlich gab es auch hier die passende App dafür. Und so ging das den ganzen Tag lang. Nur um die Kackhaufen-App hatte ich einen großen Bogen gemacht. Hierfür schien ich immer noch genug Ekel-Gefühl zu besitzen.
Eines Tages jedoch passierte es: Ein falscher Knopfdruck und schwupps – alle Dateien war weg. Inklusive aufgenommener Bildern, allen jemals versendeter Nachrichten, Kontaktdaten und was mich fast noch schlimmer traf: mein so lieb gewonnener kleiner Alien, alle waren sie weg.
Und um ehrlich zu sein, kapitulierte mich das wieder in die Realität zurück. Ein Handy ist eben doch nur ein Gebrauchsgegenstand, den frau mal mehr, mal weniger benutzt. Alle Sachen aber, die sich auf dem Teil abspielen, passieren in einer virtuellen Scheinwelt. Man darf sich niemals zu sehr von dieser in Besitz nehmen lassen. Ansonsten kann das ganz böse enden – das beste Beispiel hierfür bin ich. Aber nun gut, besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Enden.
Kurz gesagt, ich habe meine Lektion daraus gelernt. Gleich nach Feierabendschluss habe ich meinen Handyberater des Vertrauens aufgesucht und mein Handy mit der Aussage: „Ich glaube, für so etwas bin ich dann doch zu alt!“, umgetauscht, worauf ich mir natürlich erst einmal schallendes Gelächter anhören musste.
Nun, was soll ich sagen?! Ich besitze wieder ein altes, klappriges Tastenhandy, das nur halb so viel gekostet hat, wie das „Smartphone“. Ich und mein Handy sind nun seit fast einem halben Jahr glücklich zusammen… und jede zweite Woche besuchen wir unseren Lieblingsberater, der uns zum billionsten Mal verzweifelt versucht zu erklären, dass man mit der Bestätigung für „Möchten sie alle Inhalte auf diesem Handy unwiderruflich löschen?“ tatsächlich wirklich ALLES löscht.
Und seufzend gibt sich der Gute seinem Schicksal hin und kopiert Stückchen für Stückchen wieder alle meine Kontakte auf mein Klapperhandy.
Hiermit grüße ich den lieben Phillip O.! Lieber Phillip, keiner kann so wundervoll wie du Handykameraeinstellungen vornehmen oder die Telefonnummer meines Chefs widerherstellen, wenn der einen Anruf von mir erwartet. DANKE!!!
Und einen hoffentlich handyabsturzfreien Tag wünscht Ihnen,
IHRE PETRA
Beim nächsten Mal FRAG PETRA: „Schmetterlinge ungewollt – Was tun?“ Teil 3
Hilfe: Ich komme nicht vom Ex los!!! Nr. 1
Liebe Leserinnen,
welche halbwegs moderne Frau von heute besitzt es nicht?! Das MUST-HAVE des 21. Jahrhunderts.
DAS HANDY! Aber braucht man es denn überhaupt wirklich? Es ist ja nicht so, als würde dieses kleine Ding (das heutzutage ja noch nicht einmal mehr Tasten hat!) nichts kosten…
Von der Jugend die Meinung dazu ist ganz klar: JA! Ohne Handy ist das Leben nicht mehr vorstellbar. Alles Wichtige spielt sich im tragbaren „Smartphone“ ab: Nachrichten mit den Freundinnen werden praktisch rund um die Uhr verschickt (meine Tochter klärte mich auf: das nennen sie ganz „cool“: Chatten!), imaginäre Kackhaufen werden gezüchtet (kein Witz) und dies muss den Kontakten bei Facebook natürlich sofort gleich mitgeteilt werden. Dieses „Facebook“ ist für meine Generation, wenn Sie mich fragen, sowieso das Schimpfwort des 21. Jahrhunderts. Aber gut, dies wird mal wann anderes ein Mal Thema sein…
Doch wie geht die erwachsene Frau von heute, die Frau in den besten Jahren, mit dem Thema um. Ich habe 35 Frauen von Mitte 20 bis Ende 30 einmal dazu befragt. Die Meinung war ziemlich eindeutig: Telefonieren und Kurznachrichten schreiben (auch SMS genannt) „JA“, Kackahaufen züchten und Facebook überlässt die „Durchschnittsfrau“ dann aber doch lieber der Jugend. Eine Befragte sagte zum Beispiel:
„Um meine Freundinnen anzurufen oder meinem Freund eine kurze SMS zu schicken, finde ich das Ding völlig okay, aber mit solchen Apps und Spielen kann ich absolut nichts anfangen!“ Manche solche Apps sind ja sogar vielleicht ganz nützlich findet auch Befragte Nummer 2: „Ich habe eine Musikerkennungs-App auf meinem Handy: Einfach genial! Sofort kann mein Handy mir sagen, welches Lied das gerade im Radio ist.“ Also scheint das Ganze auch eine gute Seite zu haben…
Vielleicht haben dann ja sogar die gezüchteten Kackhaufen einen positiven Aspekt?!
Und hier und jetzt kommt die exklusive Petra-Meinung zu diesem Thema:
Ganz genau wie die Befragte „Numero Uno“ bin ich bis vor einigen Monaten meinem Tastenhandy stets treu geblieben. Es stand mir immer zur Seite, wenn ich von den Jugendlichen mit belustigten Blicken gemustert wurde und hat immer alle Anrufe an meine Lieblingsfreundinnen bereitwillig ausgeführt. Und nun gut, der scharfe Berater aus dem Laden, den ich natürlich jede zweite Woche aufsuchen musste, da es verschiedenste, technische Problemchen gab, trug auch seinen Teil dazu bei, warum ich kein Stück daran dachte mein Handy gegen eines von diesen Touch-Dingern auszutauschen. Doch eines Tages war der Tag gekommen: Mein Handy sagte keinen Piep mehr! Da konnte auch der süße Verkäufer nichts dran ändern… Es täte ihm leid, aber er habe schon eine super Alternative für mich, meinte er augenzwinkernd und zog daraufhin 20 der neuesten und schicksten Internet-Handys aus der Schublade… Und leider auch die teuersten. Dies wären super Spitzen-Geräte und mit denen würde sowas natürlich nicht passieren, versicherte er mir zeigte dabei auf mein, zugegebener weise, etwas ramponiert aussehendes Handy. Das Auseinandernehmen des kompletten Inhaltes hatte es optisch komplett geschaffen und so lag es da uns starrte mich traurig an.
Kurz entschlossen kaufte ich mir eines der Spitzen-Teile in silber-metallic-Optik und ließ es mir vom Verkäufer einrichten.
Schon nach zwei Wochen war ich dem Handy-Konsum gnadenlos verfallen. Gleich nach dem Aufstehen musste das Goldstück angemacht werden. Zuerst wurde mein virtuelles Haustier (ein Alien) gefüttert, danach konnte ich meine „Whats App“ Kontakte checken. Es waren echt schon Leute online – Wahnsinn! Schnell noch eine Nachricht abgeschickt und flugs geguckt, wie das Wetter heute wird – natürlich gab es auch hier die passende App dafür. Und so ging das den ganzen Tag lang. Nur um die Kackhaufen-App hatte ich einen großen Bogen gemacht. Hierfür schien ich immer noch genug Ekel-Gefühl zu besitzen.
Eines Tages jedoch passierte es: Ein falscher Knopfdruck und schwupps – alle Dateien war weg. Inklusive aufgenommener Bildern, allen jemals versendeter Nachrichten, Kontaktdaten und was mich fast noch schlimmer traf: mein so lieb gewonnener kleiner Alien, alle waren sie weg.
Und um ehrlich zu sein, kapitulierte mich das wieder in die Realität zurück. Ein Handy ist eben doch nur ein Gebrauchsgegenstand, den frau mal mehr, mal weniger benutzt. Alle Sachen aber, die sich auf dem Teil abspielen, passieren in einer virtuellen Scheinwelt. Man darf sich niemals zu sehr von dieser in Besitz nehmen lassen. Ansonsten kann das ganz böse enden – das beste Beispiel hierfür bin ich. Aber nun gut, besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Enden.
Kurz gesagt, ich habe meine Lektion daraus gelernt. Gleich nach Feierabendschluss habe ich meinen Handyberater des Vertrauens aufgesucht und mein Handy mit der Aussage: „Ich glaube, für so etwas bin ich dann doch zu alt!“, umgetauscht, worauf ich mir natürlich erst einmal schallendes Gelächter anhören musste.
Nun, was soll ich sagen?! Ich besitze wieder ein altes, klappriges Tastenhandy, das nur halb so viel gekostet hat, wie das „Smartphone“. Ich und mein Handy sind nun seit fast einem halben Jahr glücklich zusammen… und jede zweite Woche besuchen wir unseren Lieblingsberater, der uns zum billionsten Mal verzweifelt versucht zu erklären, dass man mit der Bestätigung für „Möchten sie alle Inhalte auf diesem Handy unwiderruflich löschen?“ tatsächlich wirklich ALLES löscht.
Und seufzend gibt sich der Gute seinem Schicksal hin und kopiert Stückchen für Stückchen wieder alle meine Kontakte auf mein Klapperhandy.
Hiermit grüße ich den lieben Phillip O.! Lieber Phillip, keiner kann so wundervoll wie du Handykameraeinstellungen vornehmen oder die Telefonnummer meines Chefs widerherstellen, wenn der einen Anruf von mir erwartet. DANKE!!!
Und einen hoffentlich handyabsturzfreien Tag wünscht Ihnen,
IHRE PETRA
Beim nächsten Mal FRAG PETRA: „Schmetterlinge ungewollt – Was tun?“ Teil 3
Hilfe: Ich komme nicht vom Ex los!!! Nr. 1
FRAG PETRA - 21. Januar, 19:26

